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Die Bausteintypen


Kép/PictureDas Steinmaterial ist ein künstlicher Stein aus fein pulverisiertem Stein, Farbstoffe und organischem Binder (Leinöl) hergestellt. Auch heute verwendet man sowohl dieses Rezept, wie das ursprüngliche, von den Lilienthal Brüdern im Jahre 1870 entwickelte Herstellungsverfahren. Im Jahr 1995, als die Herstellung der Bausteine wieder aufgenommen wurde, musste man neue Pressen einsetzen, aber nur weil die alte zwischen 1963 und 1995 unter völlig ungeeigneten Umständen aufbewahrt gewesen wurde. Das Herstellungsverfahren ist im Grunde genommen sehr einfach: die ausMetall gefertigte Giessform wird mit dem Steinmaterial aufgefüllt, dann eliminiert eine Presse die Luftblasen aus dem Material. Zuletzt werden die Rohsteine in einem Ofen gebrannt.

Die Basis des Kép/Pictureoriginalen, von Lilienthal ausgearbeiteten Bausteinsystems ist ein Würfel mit 2 cm langer Kante. Später, während der Entwicklung hat Richter auch ein anderes Steinsystem ausgearbeitet, dessens Basis ein Würfel mit 2,5 cm langer Kante war. Die vorhergehenden Sätze nennt man traditionsgemäss Kleinkalibrige (KK), die letzteren - Grosskalibrige (GK). Hier ist zu erwähnen, dass in der Richterschen Fabrik aus dem selben Rohmaterial auch Mosaiken und Rätselspiele gefertigt wurden. Die Produktion hat mit den KK Sätzen angefangen, aber die Verkaufszahlen haben in kurzer Zeit bewiesen, dass die GK Kép/PictureSätze wesentlich erfolgreicher waren, infolgedessen man im Jahre 1915 mit der Entwicklung der KK Serie endgültig aufgehört hat. Die volle Produktpalette besteht aus 86 verschiedenen Sätzen. Die Entwicklung der GK Serie ist auch nach dem zweiten Weltkrieg weitergegangen,die Fachliteratur kennt also insgesamt 438 verschiedene Bausteinsätze. Man darf nicht vergessen, dass die Ausbildung der Produktpalette vor 1884 begonnen hat. In diesem Zeitalter waren das übersichtliche Artikelnummernsystem, die informatische Datenaufarbeitung, die langsichtige Planung etc. noch nicht vorhanden. Als mit der Herstellung der Bausteine angefangen wurde, hat man zwei KK Serien und eine einzige GK Serie auf den Markt gebracht, unter dem Motto: es mag kommen, was kommen muss. Davon, dass die Herstellung der Steine 80 Jahre lang weitergehen und die Zahl der gefertigten Steine über eine Milliarde steigen werde, konnte Richter zu seiner Zeit nicht einmal träumen. Die Zusammensetzung der Bausteinsätze hat jeden Wunsch des damaligen Zeitalters erfüllt. Wenn man an einige heutige, aus dem fernen Osten stammende Produkte denkt und diese mit der von der Richterschen Fabrik hergestellten Bausteine vergleicht, würden ganz bestimmt die letzteren als Sieger hervorgehen. Damals hat man zeitlose Produkte gefertigt, man sparte weder mit dem Material, noch mit der Zeit. Der Standpunkt Richters war, dass sich die Herstellung von Produkten von guter Qualität mehr auszahlt, trotz dem etwas höheren Preis. Noch gab es nicht die Mode derKép/Picture "Wegwerfwaren". Alle Richterschen Waren sind aus Holz, Stein und Papier gefertigt. Der typische, vollständige Steinsatz, ausser der ganz frühen, in Papierschachtel gepackten, sah so aus:
- ein an den Ecken mit Eisen beschlagener Eichenholzkasten
- ein Muster, das zeigte wie man die Steine in den Kasten einlegen soll
- ein Baumusterheft zu dem jeweiligen Satz bzw. zu den vorhergehenden, kleineren Sätzen
- ein kariertes Blatt mit 2 bzw. 2,5 cm breiten Quadraten für die KK bzw. GK Serie
- verschiedene Kartonpapierfiguren, die man rund um die Bauten aufstellen konnte
- sowie natürlich die Bausteine selbst.
Die Baumuster waren von bekannten Künstlern der damaligen Epoche gezeichnet. Die Zeichnungen sind alle wahre Kunstwerke und geben den Bausteinsätzen einen zusätzlichen Glanz. Das Musterheft beinhaltete auch praktische Ratschläge zu der Kép/PictureFertigung der verschiedenen Bauten. Ein grösserer Kasten konnte einige hunderte von Bausteinen beinhalten. Im grösseren Kasten waren die Steine inaufeinandergestellten, mit Griffen versehenen, aushebbaren Schubladen integriert. Die ganz grossen Steinsätze verkaufte man in Schränken, die wie echte Möbelstücke aussahen. Ein solcher Schrank hat dann einige hundert Kilo gewogen. Die Produktpalette ist im Grunde genommen sehr einfach aufgebaut. Im Rahmen eines bestimmten Satztypes konnte man den Steinsatz von einem Kasten mit kleineren Nummern mit Hilfe eines Ergänzungskastens zu einem grösseren Satz ausbauen. Der Durchgang zwischen den verschiedenen Satztypen wurde mit Hilfeder s.n.  Übergangskasten geleistet. Soviel zur Theorie. In Wirklichkeit aber existieren bestimmte Kästen, die obwohl sie Übergangskästen sind, nirgendwohin Übergang leisten. Weiterhin gibt es Kästen, die  entworfen wurden, um die dazu gehörenden Steinsätze zusammenzustellen und die Musterhefte zu drucken, aber später nie hergestellt wurden. Andere Kästen waren zwar erhältlich, aber die Ergänzungskästen dazu nicht mehr, und so weiter. Der damalige Händler bekam von der Fabrik ein Buch damit er dem Käufer beim Auswählen des Grundkastens und des etwaigen Ergänzungs- oder Übergangskastens helfen konnte. Auf dem Bild auf der rechten Seite sieht man einen grösseren Steinsatz. Das ist ein Schrank der 3848 GK Steine beinhaltet. Im Kapitel "Die Geschichte der Bausteine", sieht man auf dem ersten Bild einen Steinsatz (GK-NF 2) aus dem man, mit der Hilfe der Ergänzungskästen, einen Satz von dieser Grösse ausbauen konnte (GK-NF 34). Die Lage wurde dann noch komplizierter als man Kép/Picturenach einiger Zeit begann, zu den Steinen noch  Brückenteile aus Metall herzustellen, denen später auch Zeltdachteile zum Bedecken der grossen Bauten folgten. Man kann sich leicht vorstellen welche explosionsartige Vermehrung der Ergänzungs- und Übergangssätzen dann die Folge waren. Die hergestellte Serien waren die Folgenden:
AF (Alte Folge) - die erste hergestellte Folge
NF (Neue Folge) - die in 1894 eingeführte Folge
Br (Brückenteile) - mit Brückenteilen aus Metall ergänzter Steinsatz (nur bei der NF)
Im (Imperator) - wie der Vorhergehende, bei dem aber der Grundkasten der Imperator war
A-B (Anker Blocks) - Brückenteile, nur in de USA kommerzialisiert
VE (Vernickelte Eisenteile) - aus Metallplatten zusammenstellbare Zeltdachteilsätze
DS (Dachsteine) - mit, auf ein Metallgestell aufsetzbaren, dachstein ähnlichen, Steinplatten ergänzter Satz
NS (Neue Serie) - Sätze mit umgestalteten Bogen
LE (Lackierte Eisenteile) - Sätze die nur zu dem Zeltdach nötige Metallteile beinhalteten und keine Bausteine
DB (Dachbaukasten) - Dachteilsätze, die nur die zum Zeltdach nötige Metallteile und "Dachsteine" beinhalteten
NR100 (Neue Reihe) - zum Bauen von selbständigen Häusern geeignete Sätze
NR200 (Neue Reihe-Modern House - American Bungalow) - nur zum Bauen der genannten Bauten geeignete Sätze
NR300 (Neue Reihe-German Country House - Landhaus) - nur zum Bauen der genannten Häuser geeigneten Sätze
NR400 (Neue Reihe - Fortress - Festung) - zum Bauen von Festungen geeignete SätzeDie
AF, NF und BR Reihen waren sowohl als KK, als auch GK Sätze hergestellt, ab der Im Reihenach unten gibt es nur GK Sätze, deshalb sollte man immer präzisieren ob es um KK-AF oder GK-AF geht. GK-DS hat im Gegensatz keinen Sinn mehr, da es KK-DS gar nicht gab.
Ein konkretes Beispiel zur Aufbauweise der Produktfamilien: KK-AF Grundsatz + 4A Ergänzungssatz = KK-AF 8 Grundsatz. KK-AF4 + KK-AF4 Konversionssatz = KK-NF5. Ein anderes Beispiel: GK-DS 9 Grundsatz + DS 9A Zusatzset = DS 11 Grundsatz, aber GK-DS 9 + GK-9U Konversionssatz = GK-NF 10. Von dem Jahre 1995 beginnend, wo die Fabrik wieder zu arbeiten angefangen hat, ist nur die GK-NF Reihe hergestellt. Die komplette Produktfamilie ist auf der Seite "Downloads" zusehen. Die fast komplette Auswahl der von George F. Hardy zusammengetragenen Kästen und Musterhefte kann man auf der Webseite von Burkhard Schultz sehen: cva.flying-cat.de.
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